Baguette Epi

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Ein Ähren-Brot der Ackergöttin Demeter, bzw. der Roggenmuhme!



So wird's gemacht:

  • Die aufgegangene Teigkugel wird geviertelt. Jedes Teigviertel wird mit Mehl bestäubt und zu einem 23cm langen Teigstrang gerollt.
  • Auf ein mit Backpapier belegtes Backblech legen, mit Öl (Mohnöl, Sesamöl) bestreichen, mit Mohnsamen bzw. Sesam bestreuen und - so wie aus den Arbeitsfotos ersichtlich - wie eine Getreideähre einschneiden und formen.
  • Die Teiglinge mit einem Tuch zudecken, bei 25° - 30° gehen lassen, bis sich ihr Volumen verdoppelt hat.
  • Wenn es so weit ist, wird das Heißluftbackrohr, auf dessen Boden ein Gefäß mit 1/2 Liter Wasser gestellt worden ist, auf 200° vorgeheizt.
  • Brote mit lauwarmen Wasser besprühen und in den Backofen schieben.
  • Nach 5 Minuten die Temperatur auf 170° verringern und in weiteren 25 Minuten fertig backen.


Tipps:

  • Dieses Brot eignet sich dadurch, dass sich jede/r ein Brotstück von der großen Brotähre abbrechen kann, ganz besonders für das gemeinschaftliche Feiern und für ein Erntedanksfest.
  • Eine grüne Variation ergibt das Frühlingsbrot.


Anmerkungen zu "Baguette Epi", dem "Ährenbrot":

  • In der griechischen Mythologie kam Persephone jedes Jahr nach dem Winter aus der Unterwelt ihres Gatten Hades wieder herauf an die Oberwelt, um voll Freude das Sonnenlicht und ihre Mutter Demeter, die Göttin der Saaten und der Fruchtbarkeit, die den Ur-Menschen einst die Getreideähre geschenkt hatte, zu begrüßen. Glücklich, dass ihre Tochter aus dem Totenreich zurückgekehrt war und mit erkämpfter Erlaubnis 8 Monate bleiben durfte, ließ Demeter die Pflanzen wieder sprießen. Dieses innige Liebesband zwischen Mutter und Tochter war die Garantie, dass das Leben weiterging und es wurden sowohl zur Begrüßung des Frühlings als auch zur Verabschiedung des Spätsommers als Dank und Bitte um Fruchtbarkeit und Weiterleben große Feste gefeiert.
    Die keimende Wintersaat und die Knospen zwischen den Herbstblättern zeigten den Menschen, dass nach dem Winter Persephone wieder kommen wird!
  • In allen Ländern, die Getreideanbau betrieben bzw. noch betreiben, war/ist es als Zeichen der Ehrerbietung für das göttliche Wesen, das das lebenswichtige Getreide wachsen lässt, üblich, die erste Ähre bei einem Schnitterfest und die letzte Ähre beim Erntedankfest zu opfern.
  • Interessant dazu das Gedicht "Roggenmuhme" von August Kopisch (deutscher Maler, Dichter und "Entdecker" der "Blauen Grotte" Capris). In der Gestalt der "Roggenmuhme" lebt Demeter als Schützerin des Getreides weiter. Roggen ist ja das Brot-Getreide des rauen mitteleuropäischen Klimas!


Die Roggenmuhme

Lass stehn die Blume!

Geh nicht ins Korn!

Die Roggenmuhme zieht um da vorn!

Bald duckt sie nieder,

bald guckt sie wieder:

Sie wird die Kinder fangen,

die nach den Blumen langen!



Mit "Blumen" sind hier die hübschen Getreide-Unkräuter, nämlich die lilafarbene Kornrade, der leuchtend rote Klatschmohn und die sprichwörtlich blaue Kornblume gemeint. Mit ihren kräftigen Farben lockten sie die Kinder zu allen Zeiten (Hoppla, auch heute?), sie zu einen schönen Strauß zu pflücken. Dabei zertrampelten sie natürlich die Ähren.

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