Beifuß - Artemisia vulgaris

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Artemisia vulgaris / Beifuß ist eine äußerlich unscheinbare, ausdauernde Heil- und Gewürzpflanze.
Sie ist das älteste bekannte Heilkraut Europas!
Ihre Heilkraft ist immer verbunden mit ihrer antibakteriellen und entspannenden Wirkung,
das bedeutet schützend und reinigend im organischen Bereich und im übertragenen Sinn.
Scheinbar unscheinbarer Beifuß
Scheinbar unscheinbarer Beifuß


Artemisia vulgaris ist bereits in den Gräbern des Neandertalers gefunden worden.


Griechen und Römer berichteten über sie.


Kelten und Germanen verwendeten dieses älteste Heilkraut.


Im Neunkräutersegen (England, 9. Jhd.) wird es als "mucgwyrt" = "Machtwurz" an erster Stelle genannt.


Für die Indianer war der verwandte Wüsten- bzw. Steppenbeifuß eine wichtige magische Pflanze.


In unserer Zeit wird Beifuß/Artemisia vulgaris wieder viel beachtet.

Wipfel der bis zu 1,5m großen ältesten Heilpflanze
Wipfel der bis zu 1,5m großen ältesten Heilpflanze

Inhaltsverzeichnis

Name:

  • "Artemisia vulgaris"
Artemis
Artemis


Diese uralte Frauenheilpflanze wurde nach Artemis benannt, der Zwillingsschwester Apolls, der von der Griechen als Gott des Lichts verehrt wurde. Sie war die jungfräuliche Mondgöttin der wilden Jagd, Beschützerin der Frauen und Hüterin der Geburten in dieses Leben, in diesem Leben und in die andere Welt.


Das Foto, aufgenommen von Dr. Martha Heizer, zeigt eine Artemis in Perge / Türkei. Es illustriert sehr schön das oben Gesagte, denn die Artemis ist dargestellt mit der Lebensfackel, Fruchtbarkeitssymbolen (Brüste? Eier? Hoden?), Pfeil und Bogen, lebensspendender Sonne, zu- und abnehmender Mondsichel, den sogenannten "Stierhörnern".

  • "Beifuß"
Es gibt 2 Wortdeutungen:
  1. Der Name Beifuß soll sich von dem althochdeutschen Wort für schlagen "bivoz" herleiten. Erinnert mich an das fruchtbarkeitsfördernde Rutenschlagen zur Weihnachts- und Osterzeit. Rutenschlagen mit Beifuß – Beifuß ist unter Pflanzen die älteste Lebensrute!
  2. Binde dir dieses Kraut um die Waden und du bist gut bei Fuß!
  • "Wilder Wermut"
Dieser Name deutet auf die nahe Verwandtschaft zum Wermuth ( = Artemisia absinthium) hin.
  • "Jungfernkraut"
Artemisia vulgaris half / hilft bei den häufigen Menstruationsbeschwerden der Mädchen, wurde aber wegen seiner Uterus anregenden Wirkung auch zu Abtreibungen verwendet, um dem gesellschaftlichen Druck nach Jungfrauenschaft entsprechen zu können.
  • "Mütterkraut, Weiberkraut"
Beifuß wurde auf verschiedene Weisen bei Entbindungen verwendet, um sie zu erleichtern; daraus folgernd allgemein auch bei der Geburten in ein anderes Leben: Jahreszeitenwechsel, Wendepunkte im Menschenleben, Wechseljahre, Sterben.
  • "Thorwurz"
Der germanische DonnergottThor trug einen Gürtel mit aus in der Johannisnacht gegrabenen Beifußwurzelstücken, die ihm besondere Kraft verliehen. Er stand den Menschen besonders nahe, da er sie - wie Artemisia vulgaris - vor Chaosmächten und Riesen schützte.
  • "Mugwurz = Mutwurz"
Die Kelten weihten Artemisia vulgare ihrer machtvollen, mutigen Licht- und Muttergöttin "Brigid". In dieser Funktion war sie auch Göttin des Herd-Feuers, der Schmiede, der Heilung und der Fruchtbarkeit. Die Wurzel der Mutwurz diente auch als Amulett ("Mutwurzel ").
  • "Sonnwendkraut"
Aus den unter "Mutterkraut" angegebenen Gründen war / ist es mit dem Johanniskraut zusammen das wichtigste Kraut bei Sonnwend-Riten.
  • "Sonnwendgürtel, Johannisgürtel"
Die Gürtel, die bei den Sonnwendfeiern getragen wurden, waren aus Beifuß und Eisenkraut geflochten. Diese wurden im Laufe des Festes mit allem was einem in kommenden Jahr schaden könnte, in Feuer geworfen.
  • "Fliegenkraut"
Beifuß vertreibt Fliegen, Motten, Parasiten.
  • "Moxakraut"
Japanisch „mogusa“ = Brennkraut, das zum Moxieren verwendet wird.
  • "Besenkraut"
Das Wort Besen steht hier für "Buschen" – wie beim Palm-Besen / Palm-Buschen. Getrocknete Beifuß-Buschen wurden besonders im Winter geräuchert, um Krankheiten und böse Geister fern zu halten.
  • "Gänsekraut"
Beifuß ist d a s Gewürz für die Martini- und Weihnachtsgans.


Beschreibung der Pflanze, Heilwirkungen

Familie: Korbblütler ( Asteraceae )

Verwandte: Wermut (Artemisia absinthium), Eberraute (A. abrotanum), Wüsten- bzw. Steppenbeifuß (A. tridentata)

Aussehen: Stängel: Kantig, grün bis rotbraun, 50cm bis 150cm hoch, beblättert Blätter: gefiedert, Oberseite grün, Unterseite silber Blüten: Als 4mm große, gelb-grüne Korbblütchen in Rispen; Blütezeit: Juli bis September

Geruch und Geschmack: Artemisia vulgaris riecht und schmeckt angenehm aromatisch und leicht bitter, ähnlich dem verwandten Wermut, aber viel milder.

4mm große Korbblütchen
4mm große Korbblütchen

Vorkommen:

  • Weltweit! Wächst, wo man ihn wachsen lässt! Findet sich in nicht "bereinigten" Fluren, an Wegrändern, auf Schuttplätzen, Brachland, an Ufern und Zäunen, steigt bis auf eine Höhe von 1 800m.
  • Durch ihre Anspruchslosigkeit lässt sich Artemisia vulgaris leicht im Garten kultivieren. An sonnigen Plätzen verstärken sich ihre Wirkstoffe! Aussaat ab März ins Freiland in Reihen mit 30cm Abstand. Samen nur leicht mit Erde bedecken.
Silber-graue Unterseite der Beifuß-Blätter.
Silber-graue Unterseite der Beifuß-Blätter.

Als Heilkraut verwendete Pflanzenteile: Ganze Pflanze – auch die Wurzel, was sich in vielen Synonymen von Artemisia vulgaris ausdrückt.

Sammeln:

  • Sprossspitzen und Blätter von Juni bis zum Frost, am besten knapp vor der Blüte , an einem sonnigen Tag, im Zeichen der Jungfrau, von 11:00 bis 13:00
  • Wurzeln: In der Johannisnacht vom 23. auf den 24. Juni, dann wieder ab September
Beifußspitzen - im Foto über den Kübelrand hängend - können bis zum Frost geerntet werden.
Beifußspitzen - im Foto über den Kübelrand hängend - können bis zum Frost geerntet werden.

Aufbewahren:

  • Sprossspitzen und Blätter rasch in luftigem Schatten trocknen. Lassen sich auch einfrieren.
  • Wurzeln waschen, zerkleinern, im Backofen (45°), mittels Dörrapparat oder an der Sonne trocknen, in Dosen oder Gläsern gut verschlossen aufbewahren

Inhaltsstoffe: ätherischeÖle mit Zinneol und Thujon ( weniger giftiges Thujon als der verwandte Wermut), Bitterstoffe, Gerbstoffe in der Wurzel, Vitamine, Mineralien sowie Flavonoide.

Heilwirkungen:

  • Die Bitterstoffe fördern die Magensaft- und Gallensekretion
  • Artemisia vulgaris / Beifuß ist ein Frauenheilkraut, um die Fruchtbarkeit zu stärken, Wehen anzuregen, die Geburt zu erleichtern, die Nachgeburt zu fördern, die Schmerzen bei der Menstruation zu beheben, den Wechsel zu erleichtern.
  • Artemisia vulgaris / Beifuß wirkt positiv, entspannend, nervenberuhigend und krampflösend
  • Vertreibt Ungeziefer, Parasiten, böse Geister?
  • Wegen seiner Wehen anregenden Wirkung nicht in der Schwangerschaft verwenden, ebenso müssen PollenallergikerInnen auf ihn verzichten!
  • Die eingewanderte Beifuß-Doppelgängerin, die an ihren Blättern, deren Ober- und Unterseite im Unterschied zum Beifuß g r ü n sind, leicht erkannt werden kann, wird Beifuss-Ambrosie, Ambrosia artemisiifolia, auch "Beifußblättriges Traubenkraut" genannt. Sie ist ein gefürchteter Allergie-Auslöser. Besonders häufig wächst sie unter Vogelfutterplätzen, weil die meisten Vogelfutter-Mischungen mit Ambrosia-Samen, der über Jahrzehnte keimfähig bleibt, verunreinigt sind. Pflanzen vor der Blüte mit der Wurzel ausstechen !


Anwendungsformen der Heilpflanze: Tee, Tinktur, Bad, Essig, Öl, Kissenfüllung, Kräuterbuschen, Moxabustion, Räuchern

Beifuß-Tee

Indikation:
Er hilft unterstützend bei Magen- und Darmproblemen, Galle- und Leberleiden, bei Spannungs-Kopfschmerz, Nervosität und Nervenleiden, volkstümlich auch bei Epilepsie.
Sechs Tage lang vor dem Einsetzen der Monatsblutung getrunken, verringert Artemisia vulagaris die Menstruationsbeschwerden. Die Zubereitung und weitere Informationen finden sich hier -> Beifuß-Tee

Das Rezept für einen wirkungsvollen, schmackhaften Verdauungstee hier -> Verdauungstee


Beifuß-Tinktur

Statt Tee kann Beifuß als Tinktur verwendet werden.
Diese Form der Anwendung erweist sich als praktisch, wenn man unterwegs ist und sich keinen Tee zubereiten kann, sei es während der Arbeit, auf Reisen, beim Einkaufen ...

Herstellung und Anwendung erfahren sie hier -> Beifuß-Tinktur


Beifuß-Bad

gibt es als Fußbad und als Ganzkörper-Bad mit medizinischer und mentaler Wirkung.

Bei Interesse schauen schauen Sie hier nach -> Beifuß-Bad


Beifuß-Essig

Die Inhaltsstoffe von Artemisia / Beifuß lassen sich auch mit Essig lösen und verwenden.

Zubereitung und Anwendung finden sie hier unter -> Beifuß-Essig


Beifuß-Öl

Ätherisches Beifußöl
wird durch Wasserdampf-Destillation gewonnen.


Manche Wirkstoffe des Beifuß lassen sich durch Öl ausziehen.
Man erhält dann ein Angesetztes Beifußöl.

Zubereitungen, Anwendungen und ein Rezept für Sportleröl finden sie hier unter -> Beifuß-Öl


Hilfreiche Kissenfüllungen

Die ätherischen Öle des Beifuß wirken nicht nur auf die Muskulatur entspannend, sondern beruhigen ebenso die Nerven und helfen beim Einschlafen.

Informationen und Anleitungen finden Sie Sie hier für

Schmerzkissen -> Schmerzkissen

Schlafkissen -> Schlafkissen

Kindbettkissen -> Kindbettkissen


Moxabustion

Immer mehr westliche TherapeutInnen und Hebammen verwenden erfolgreich, das heißt, Hilfe spendend diese Methode.

Diese Art der Heilanwendung stammt aus der Traditionellen Chinesischen Medizin (TCM), wo sie seit 6 000 Jahren praktiziert wird:
Moxa = Beifuß wird als Moxakegel oder Moxastangen, -zigarren an den zu behandelnden Stellen (Meridiane bzw. Akupunkturpunkte) abgebrannt, um den Energiefluss in Gang zu bringen, Blockaden zu lösen.


Räuchern





Beifußräucherungen werden als Ritus bei Situationen im Leben durchgeführt, die eine Entscheidung erfordern, die einen Wendepunkt darstellen, wo eine kleine oder große Geburt ansteht, beim Gebären und beim Sterben. (Beides ein Wechsel des Lebensraumes.) - In positiver Gesinnung durchgeführt manifestieren sich die Beifußräucherungen als reinigende, schützende, segnende, Vertrauen spendende, öffnende Kraft.

Sie werden nicht nur im privaten Bereich verwendet, sondern auch allgemein als Segen beim Wechsel der Jahreszeiten (eine neue Zeit wird geboren) und auch während der Raunächte, wobei neben den Menschen das ganze Haus, die Tiere, der Stall und der Garten miteinbezogen werden.
Wichtig: Während der Räucherung werden Dank und Bitte formuliert.

Beifußräucherungen haben eine uralte Tradition: Kelten, Griechen , Römer ... führten sie durch, auch in Tibet und bei den Indianern wurde und wird Beifuß geräuchert, besonders bei Meditationen, zur Heilung und um mit ihren Ahnen und Geistern in Verbindung zu treten.

Beifußräucherung

  • Wenn Beifuß allein verräuchert wird, eignet sich dafür die Verräucherung als Räucherbündel (Smudge). Das kann man / frau ganz leicht selber machen. Wie, das steht hier -> Räucherrezept "Beifuß"!
  • Wenn man/frau nur wenig Beifuß verräuchern möchte, kann er mittels Räucherstövchen (Stövchen und Sieb) gut verräuchert werden, wenn er zerkleinert ist.

"Sommersonnwende"

Die Mischung steht hier -> Räucherrezept "Sommersonnwende"

"Raunächte"

Die Mischung ist hier zu finden -> Räucherrezept "Raunächte"

"Heilung"

Die Mischung ist hier zu finden -> Räucherrezept "Heilung"

"Schutz"

Hier steht die Mischung -> Räucherrezept, kelt., "Schutz"


Anwendungsformen als Gewürz

Beifuß riecht und schmeckt angenehm aromatisch und leicht bitter, ähnlich dem Wermut.

  • Man verwendet in der Küche frisch oder getrocknet die Blütenknospenrispen und die Blätter an den Triebspitzen. Sie sind weniger bitter.
  • Beifuß muss mitgekocht werden, um sein volles Aroma zu entwickeln.
  • Wegen seines starken Aromas nur wenig Kraut zum Würzen verwenden.
  • Beifuß verträgt sich geschmacklich gut mit Wacholderbeeren, Ingwer, Pfeffer, Zwiebeln und Knoblauch. So kann er seine "Liebeskräfte" noch verstärken! ;-)
  • Da Beifuß verdauungsfördernd, Magen- und Gallensaft anregend wirkt, ist er bestens als Gewürz für fetthaltige Speisen wie Martinigans, Weihnachtsgans, Ente, Schwein, Hammel, Aal, Lachs, Makrele, Hering, Bratkartoffel ... geeignet.
  • Im Mittelalter war Beifuß so wie Brennnessel, Gundelrebe und Mädesüß eine Bierwürze.
Noch muntere Gänse v. M.Wex
Noch muntere Gänse v. M.Wex


Gewürzmischung

Diese Kräutermischung eignet sich gut als Salzersatz. Besonders ideal, wenn man/frau nur wenig Salz zu sich nehmen darf, z.B.bei Bluthochdruck !


Aperitif "Artemis Forest Spring"


Digestif "Artemis' Joy"

Erfreut das Herz , reinigt und schützt die Blutgefäße, ist nett zur Verdauung!


Beifuß-Soße

Passt gut Spargel, Süßkartoffeln, zu veg. Laibchen wie z.B. Seitanlaibchen, Fisch.


Göttinnengetränk

Ein russisches Göttinnengetränk - zur Stärkung für jede Wöchnerin; für jeden Menschen, der einen Lebens-Wendepunkt geschafft hat!


Bei den Anwendungsvorschlägen dieser Seite handelt es sich um Erfahrungen aus der Volksmedizin! Anwendungen in Eigenverantwortung.

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