Biskuit a la "Osterthor"

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Dieses Rezept lernte die Osterthorwirtin Maria Pesentheiner 1925 kennen, als sie als Kochlehrling bei den Barmherzigen Schwestern in Innsbruck arbeitete. Sie hat es oft als Gugelhupf gebacken. Sein Geheimnis liegt darin, dass die Eier mit dem Zucker von Hand mindestens 20 Minuten lang duftig-schaumig gerührt werden! Als Kind wurde mir oft dieser Job zugeteilt, wenn nicht schon mein Bruder dazu verdonnert worden war. Als Belohnung durften wir die Teigschüssel ausschlecken. Habe noch den Geschmack davon auf der Zunge! – Das Biskuit wurde übrigens im Backrohr eines sogenannten Sparherdes gebacken, was natürlich ein gutes Gefühl für die Befeuerung mit Holz erforderte. Manches Mal kam dann der Gugelhupf etwas schwärzlich heraus. Er wurde dann mit einem scharfen Messer abgeschabt und seine „Wunden“ wurden zu unserer Freude – und zur Freude der Frau Oberlehrer, die auf Besuch kam - mit Schlagsahne bedeckt!

ALSO:
8 Eier werden mit
280g Grießzucker,
1Sackerl Vanillezucker und mit
der geriebenen Schale und dem Saft einer Bio-Zitrone sehr schaumig gerührt. Dazu eignet sich ein Schneebesen bestens.
Dann hebt man 280g glattes Mehl, das man durch ein Sieb auf die Eiercreme rüttelt, darunter und
bäckt den Kuchen in einer Gugelhupfform, die sorgfältig mit Butter ausgestrichen und mit Mehl bestäubt worden war, im vorgeheizten Backrohr 55 min. bei 170°.


TIPPS:
  • Die Rührerei kann man sich heutzutage von der Küchenmaschine abnehmen lassen. Das Biskuit wird genau so locker wie … handgerührt … stimmt … stimmt nicht!??
  • Der Teig eignet sich bestens für Topfenschnitten!
  • Wenn das Biskuit in einer Tortenform gebacken wird, kann man es am nächsten Tag waagrecht in 2 - 3 Scheiben schneiden und füllen (z.B. mit Nutella oder Marillenmarmelade, obendrauf Schlagsahne mit Eierlikör vermischt)
  • Die einzelnen Bikuitscheiben eignen sich vorzüglich als Boden für einen Obstkuchen:
    • Boden mit einigen Tropfen Rum beträufeln, dünn mit Marmelade bestreichen, mit Obst belegen und mit Gelatine überziehen.
    • Oder: Boden mit einigen Topfen Rum beträufeln, mit Schlagsahne bestreichen und mit Erdbeeren oder Dosenobst belegen.


BEMERKUNGEN:
An der Gewichtsangabe "280 g" erkennt man, dass es sich um ein altes Kochrezept handelt, denn sowohl im Deutschen Kaiserreich als auch in der Donaumonarchie Österreich-Ungarn wurde beim Kochen mit Lot und Quentchen gewogen. 1 Wiener Lot wog umgerechnst 17,5 g . Zu den Zutaten des Osterthor-Biskuits, einem österr. Rezept, zählen genau 16 Lot Zucker und 16 Lot Mehl (Ich hab's nachgerechnet ;). "16 Lot" ist in alten Kochbüchern eine relativ häufig verwendete Gewichtsangabe.
Nur zur Info; 1 Wiener Quentchen = 4,4 g ... Und 1 "Quentchen Glück" ??
Das Deutsche Kaiserreich hatte natürlich sein eigenes Lot. Es war mit 16,66 g etwas leichter als das Wiener Lot; war ja auch kleiner, damals!
Mehr über alte Maßangaben wie "Elle", "Klafter" ... finden Sie unter diesem Link http://www.deutsche-schutzgebiete.de/kuk_mass.htm
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