Dicke Bohnen - vicia faba - roh genießen

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Im Mittelmeerraum, wo die Dicke Bohne bereits 2500 Jahre früher als nördlich der Alpen angebaut wurde, hat sich hartnäckig eine Tradition erhalten, die wahrscheinlich bereits in der Jungsteinzeit gepflegt wurde: Frische Ackerbohnenkerne werden roh als schmackhafte Delikatesse verspeist. Siehe Ackerbohne!

Im Mai 2007 in Ierapetra in einer Taverne am kretischen Strand gegenüber von Afrika sitzend beobachtete ich, wie der Herr des Hauses zwei Einheimischen eine Handvoll Dicke Bohnen spendierte, so wie wir es Jahre zuvor auf einer Wanderung durch Ischias Bergwelt freundlich erlebten. Von aufmunterndem Zunicken der Einheimischen begleitet, steckten wir uns damals wegen der (vermeintlichen?) Giftigkeit die weichen Bohnen abwechselnd mit einem Schluck vino bianco in den Mund . . .

Resultat: Wir – ein Ehepaar aus München, das des Weges kam und „hängen“ blieb, die Hausherrin, ihre Tochter, ein einheimischer Reiter und ein Wurf kleiner, munterer Hunde verbrachten oberhalb von Forio wunderbare Nachmittagsstunden der Gastfreundschaft, die sich zusätzlich durch herbeigeschafften Schinken, Käse und ischiatanische Kiachl verstärkte.


Also, dass gewisse „Saubohnen“ - wie die „Dicken Bohnen“ im Salzburgischen genannt werden - in einem bestimmten Reifezustand roh als Snack gegessen werden, ist mir im Gedächtnis geblieben! - Was mich aber diesmal stutzig machte, war die ausgelassene Heiterkeit, die die Männer beim Verspeisen der Bohnen überfiel.

Heimlich, aber konzentriert beobachtete ich weiter: Jede einzelne Bohne wurde von ihrer ledernen Haut befreit – betrachtet – belacht – verspeist. Ein Schluck Wasser oder Raki wurde hinterhergeschickt. Nach einer Viertelstunde war das Gaudium vorbei. Jeder der Männer machte sich mit einem zufriedenen Schmunzeln weiter auf den Weg zu seiner Arbeit.

Diesem Geheimnis der Erheiterung wollte ich auf die Spur kommen: Als ich an einem Gemüseladen mit Saubohnen („Koukia“) vorbeikam, nahm ich ein paar Schoten mit. Auf der Dachterrasse sitzend knackte ich sie – nahm die Bohnen heraus – löste die Lederhaut ab – und …. hier sehen Sie das Resultat:


Ein Foto sagt mehr als viele Worte … etwas verschämt, aber mit einem Schlag wusste ich nun

  1. den Erheiterungsgrund,
  2. warum den Bohnen eine aphrodisierende Wirkung nachgesagt wurde/wird und
  3. warum sie in der Gegend um Erfurt „Lederne Jungs“ heißen!

http://www.medizinauskunft.de/artikel/diagnose/maenner/potenz/1330_kueche.php

Hier finden Sie ein etwas entschärftes Rezept der Nouvelle Cousine mit frischen Kernen der Dicken Bohne, das auf diese alte Tradition zurückgreift: Dicke Bohnen - Vicia faba als frischer Snack!

Interessantes über die "Dicke Bohne" kann hier entdeckt werden!

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