Gründonnerstagssuppe

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Gründonnerstag
ist ein Tag, der durch die Natur zeigt, dass das Leben siegt,
dass sie mit ihrem ersten Grün für den Menschen sorgt:
Nach durchstandenen Winterperioden
keimen in einem neuen Lebensaufbruch
starke "Vitamine" für Körper und Seele !

Der Name "Gründonnerstag" hat vordergründig zwar nichts mit der Farbe "Grün" zu tun, sondern geht auf das mittelhochdeutsche "gronan" = weinen (greinen) zurück. (An diesem Tag wurden früher Sünder, die wegen eines schweren Vergehens öffentlich Buße geleistet hatten und die als "Weinende" bezeichnet wurden, wieder in die gottesdienstliche Gemeinschaft aufgenommen.)
In der biblischen Bedeutung des Gründonnerstags wird uns bewusst, dass uns Jesu' Botschaft Leben über alle Winter- und Dürrezeiten hinaus gibt (In vielen Pfarren werden an diesem Tag Gottesdienste mit Krankensalbung angeboten) .... Und als Symbolfarbe für "Leben" nehmen die Menschen angeregt durch ihre Naturbeobachtung seit alters her die Farbe Grün.

So ist denn die grüne Gründonnerstagssuppe in ihrer Einfachheit
seit Jahrhunderten ein schönes, doppeltes Symbol:
Du sollst leben – körperlich und spirituell!

Zutaten für die Gründonnerstagssuppe:
Diese Suppe heißt ja auch "Ach, du grüne Neune!" und "Neun-Kräuter-Suppe", denn nach alter Tradition sollen es 9 (= dreimal die "göttliche" Zahl 3) frische, einheimische Kräuterarten sein. Wenn das eine oder andere Kraut nicht greifbar ist, darf man für ungiftigen Ersatz sorgen, denn "Traditionen sind wie Straßenlampen. Sie zeigen den Weg, aber nur ein Betrunkener klammert sich an sie!" (P. Werner)

Für 4 Personen benötigt man pro Kraut so viel, wie man mit drei Fingerspitzen halten kann - und zwar je nach vermerkter Bitterkeit des Krautes große Fingerspitzen oder kleine von:

  1. Beifuß - bitter - Triebspitzen
  2. Brennnessel - Blätter
  3. Brunnenkresse - Blätter
  4. Gänseblümchen - Mischung von Blättern, Knospen, Blüten
  5. Gundelrebe - Mischung von Blättern, Blüten
  6. Löwenzahn - bitter - Mischung von Blättern, Knospen, Blütenblättchen
  7. Schafgarbe - bitter - Blätter
  8. Wegerich - Blätter
  9. Wiesenkerbel - Triebspitzen

Weitere Zutaten:
1 Zwiebel
1 Knoblauch
1 große Kartoffel - ähnlich der Rumfordsuppe, die vielen Hungernden das Leben rettete
1 EL Butter
1 Liter Wasser oder Gemüsebrühe
Salz, Pfeffer, Muskatnuss


Zubereitung:

  • Butter in einen Suppentopf geben, erhitzen, fein geschnittene/n Zwiebel und Knoblauch darin dünsten.
  • Die geschälte Kartoffel klein schneiden, dazu geben, ein wenig schmoren lassen, dreimal langsam umrühren und das Wasser oder die Gemüsebrühe dazuschütten. 5 Minuten lang sanft köcheln lassen.
  • Inzwischen die Kräuter reinigen (Brennnesseln mit zwei Gabeln anfassen), klein schneiden und zu den Kartoffeln geben. Weitere 5 Minuten köcheln lassen.
  • Nachwürzen mit Salz und Pfeffer, eine Prise Muskat darüber reiben.

TIPP: Mit "Frühlingsbrot" oder "Kartoffelpuffer-Waffeln" oder "Spinatpflanzl" servieren.


Schlussbemerkungen:

  1. Diese Lebenssuppe enthält auch leicht bitter schmeckende Kräuter. Sie helfen laut Volksmedizin, die Heilungskräfte zu mobilisieren.
  2. In die echte Gründonnerstagsuppe gehört weder Wein noch irgendwelche Sahne. Damit kann das Oster-Kräutersüppchen verfeinert werden! Alles hat seine Zeit ! (Kohelet 3)


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