Kräuterbuschen

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. . . "Frauenbuschen", "Neunerbuschen", "Weihbuschen"

Wild wachsende Demeterpflanzen
Wild wachsende Demeterpflanzen

In Kräutern, durch die die Menschen von der Steinzeit weg Hilfe gegen den Hunger, ... bei Verletzungen, Infektionskrankheiten, ... bei der Zeugung, bei Entbindungen, .... bei Entmutigungen ... erfuhren, erkannten sie die Zuwendung eines göttlichen Wesens. Als Dank und in der Bitte um Fortsetzung dieser Zuwendung wurde das göttliche Wesen in Feiern, Riten und in Mysterien auch durch Weihen dieser Pflanzen geehrt. Im antiken Griechenland z.B. in den Demeter-Mysterien von Eleusis, die gleich nach der Getreideernte stattfanden. So ähnlich war es auch bei unseren Vorfahren, den keltischen und germanischen Stämmen.

Zu diesen fundamentalen Kräutern zählten die Getreidepflanzen, weiters sogenannte Frauenpflanzen wie Beifuß, Holunder, Baldrian, Eberraute, Schafgarbe, Salbei, Kamille, Lavendel, Klatschmohn ... Pflanzen mit antibakterieller Wirkung, die bei Verletzungen und Infektionskrankheiten verwendet wurden wie Alant, Quendel, Eisenkraut, Wegerich, Johanniskraut, Ringelblume, Minze, Oregano, Arnika, ...

Baldrian
Baldrian
Heckenrose
Heckenrose
Thymian
Thymian

Als die christlichen Missionare die Menschen zu bekehren begannen, geriet die Kräuterkunde in Verruf, denn die heidnischen PriesterInnen, DruidInnen, überhaupt alle, die im Alltag mit Kräutern heilten und das war die Aufgabe der Frau, die verantwortungs- und liebevoll für ihre Familie sorgte, wurden als Rival(inn)en empfunden. Kräuter waren von nun an Teufelswerk. 745 n. Chr. wurde die Kräuterweihe verboten.


Doch das Volk verlangte nach Heilung,

. . . wozu ihm vor seiner Haustür wachsende Kräuter zur Verfügung stünden.
Madonnenlilie
Madonnenlilie

Die christliche Kirche fand einen schlauen Kompromiss:
Sie weihte die Heilkräuter der Mutter Jesu, der Hl. Maria und nahm den 15.August, also einen Tag zur Zeit der Getreideernte, als großen Festtag – ja, mit Kräuterweihe.Dieser Schachzug behielt das Volk und die Kräuter-Heilkunst in der Kirche: Kräuterkunde durfte nur mehr von den Klöstern vermarktet werden. Wer als Laie mit Kräutern arbeitete, lief Gefahr, als mit dem Teufel im Bunde, als Hexe/r bezeichnet und durch das reinigende Feuer illuminiert zu werden. Das war sicher nicht Botschaft Christi.

Als Licht am Ende dieses Tunnels stand ein Kirchenmann, Beichtvater von sogenannten Hexen, der als wahrer Christ die Zusammenhänge erkannte und sie unter dem Risiko selbst als Hexer gebrandmarkt zu werden, auch äußerte: Friedrich Spee [1], ein Jesuit. Erst die Aufklärung setzte dem Hexenwahn ein Ende ...

...und die Freude an Kräutern durfte wieder die Herzen der Kundigen und ihre gebenden Hände füllen!'

Auch in unserer Zeit sammeln immer mehr Einzelpersonen in meditativer Ruhe - oder Familien und bunt gemischte Gruppen beschwingt - die uralten Kräuter, bitten und danken Gott in Gemeinschaft, auch in dem Spüren, was die Pflanzen bereits den Neandertaler erkennen ließen, dass der Tod eine Geburt in ein weiteres Leben ist und dessen Weg darauf hin zu verkünden und zu gehen Jesus nicht müde wurde.


Pflanzen für den Kräuterbuschen:


Grundsätzlich gehören in den Kräuterbuschen nur einheimische Pflanzen wie

Alant (Wodans Sonne), Arnika, Baldrian, Beifuß, Frauenmantel, Kamille, Johanniskraut, Liebstöckel, Pfefferminze, Schafgarbe, Rainfarn, Thymian(Lebenskraut), Eibisch, Goldrute, Königskerze (Szepter Mariens), Haselnusszweige, Ringelblume, Rose, Mädesüß (Wiesenkönigin, Fieberkraut), Dill, Dost (Wilder Oregano), ...


  • Aus den einheimischen Kräutern werden 7 oder 9 Sorten (oder ein Mehrfaches dieser Zahlen) zu einen Strauß gebunden, der in der Mitte - begleitet von Beifuß - Artemisia vulgaris und Eibisch - von der Königskerze oder dem Alant überragt wird.



Gemeinsames Frauenbuschen-Binden
Gemeinsames Frauenbuschen-Binden
Diese geweihten Kräuterbuschen bringen den Segen nach Hause!
Diese geweihten Kräuterbuschen bringen den Segen nach Hause!
Und die warten noch auf die Weihe und auf das Verschenken.
Und die warten noch auf die Weihe und auf das Verschenken.


Verwendung

Nach der Weihe wird der Buschen im oben genannten Sinn im "Herrgottswinkel" aufgehängt. Von dort werden das Jahr über Kräuter genommen, wenn man/frau Gott um Heilung, Schutz oder Segnung bitten möchte und das auch ausspricht.

Dazu werden die Kräuter entweder als Tee gekocht und getrunken oder sie werden den Tieren verfüttert, mit Salz zu Kräutersalz gemixt, oder, was meiner Meinung nach am schönsten ist: In den Raunächten mit Weihrauch verräuchert oder einfach das Jahr über hängen gelassen, um ihren Segen zu verströmen.

  • Bei den Rezeptvorschlägen dieser Seite handelt es sich um Erfahrungen aus der Volksmedizin! Anwendung in Eigenverantwortung.
Lavendel
Lavendel

Die Kräuterbuschen waren/sind ja ursprünglich "Lebensruten", deren Berührung die fruchtbarkeitsspendende und heilende Kraft der Vegetation auf Mensch und Tier übertragen sollte.

Beifuß
Beifuß

Darum verwendet man/frau Zweige aus dem Kräuterbuschen einfach da, wo sie gebraucht werden ... und sei es, dass sie zu einem Verstorbenen gelegt werden, wie es in Deutschland in manchen Gegenden üblich ist - als Zeichen, dass das Leben weitergeht.

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