Tomate
Aus Wiki
| Tomate | ||||||||||||
| Systematik | ||||||||||||
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| Wissenschaftlicher Name | ||||||||||||
| Solanum lycopersicum | ||||||||||||
| L. | ||||||||||||
| andere Namen | ||||||||||||
| Paradeiser, Liebesapfel, Tollapfel, Paradiesapfel | ||||||||||||
| Planetarische Zugehörigkeit | ||||||||||||
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Mars, Venus | ||||||||||||
| günstiger Mond | ||||||||||||
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Fruchtzeichen | ||||||||||||
| Aussaat | ||||||||||||
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ab März | ||||||||||||
| Keimdauer | ||||||||||||
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6-14 Tage | ||||||||||||
| Pflanzzeit | ||||||||||||
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Mitte Mai nach den Eisheiligen | ||||||||||||
| Ernte | ||||||||||||
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Juli bis Oktober |
Herkunft und Geschichte
Die Tomate zählt botanisch eigentlich zu den Früchten (Beeren) und nicht zum Gemüse. Sie stammt ursprünglich aus Südamerika, wo sie schon damals als wertvolles Nahrungs- und Heilmittel galt. Das aztekische Wort „Tomatl" bedeutete soviel wie „plumpe Frucht".
Im frühen 16. Jahrhundert brachten die Spanier unter Kolumbus dieses Fruchtgemüse zusammen mit Mais, Kartoffeln, Chilischoten und Süßkartoffeln nach Europa. In Nordeuropa hielt man die Pflanze sehr lange Zeit für eine giftige Zierpflanze, die nur wegen Ihrer Schönheit und erotischen Ausstrahlung als Liebesapfel Einzug in die heimischen Gärten hielt.
Die versuchsfreudigen, kreativen Italiener hingegen erkannten recht bald diese Bereicherung für ihre Küche und integrierten die Tomate als fixen Bestandteil in ihren Speiseplan.
Ansprüche
Tomaten lieben die Sonne. Sie sind Mittel- bis Starkzehrer und benötigen einen humusreichen und lockeren Boden an einem regengeschützen Platz (z.b. Dachvorsprung oder Tomatenhaus)
Sorten: ertragreich, wohlschmeckend, pilztolerant, unkompliziert!
Normalfrüchtige Sorten (Stabtomaten): - Pflanzenhöhe: ca. 1,50 m
- Rot: Homosa, Phantasia, Phytoresista No 1, Matina, 'Veni Vidi Vici'
- Rot-gelb gestreift:Tigerella
- Orange:Carotina, Siberian Golden Pear
Fleischtomaten: - Pflanzenhöhe: ca. 1,50 m
- Rot: Fleischtomate Paprikaförmige, Marmande, Brandywine Black (braunrot), Reisetomate (Die Frucht kann ohne Saftaustritt von Hand geteilt werden, braucht aber mehr Wärme.), Berner Rosen (geschmackliches Highlight),
- Grün: Grüne Helarios (In der Vollreife grün mit gelbem Schimmer und - obwohl grün - solaninfrei!)
Cocktailtomaten (Kirschtomaten): - Pflanzenhöhe: ca.2
- Rot: Vesennij Mieurinskij (4cm große Früchte), Cerise rot, Red Cherry, Gardeners Delight, Philovita, Resi, Ildi
- Gelb: Dattelwein, Cerise gelb
Eiertomaten: - Pflanzenhöhe: 1 - 3 m
- Rot: Roma, Britains's Breakfast, Black Plum (dunkelrot), Purple Russian (purpurrot), De Berao (Wird sehr hoh, deshalb auch "Baumtomate" genannt - gibt es auch in Gelb), San Marzano (lang gezogene Pastatomate)
- Gelb: Gelbe Tomate Lämpchen (durch und durch gelb)
Busch- oder Topftomaten: - Werden ca. 60 cm hoch, für eine Pflanzung in Töpfen besonders geeignet, müssen nicht ausgegeizt (abgeknipst) werden.
- Rot: Kremser Perle, Balkonstar, Sub-Artic-Plenty, Tumbling Tom Red (Hängetomate)
- Grün: Green Sausage (in der Vollreife grün und nicht giftig)
Bezugsquellen: Freunde, Samenfachgeschäfte, Gärtnereien oder Internetshops, z.B.:
Vermehrung durch eigene Tomatensamen
Tomatensamen gewinnen:
- Frische, ausgereifte, samenechte Tomaten nehmen, nicht F1 Hypriden, denn von denen gibt es nur ungleiche Nachkommen und keine sortentypischen!
- Tomaten sind Selbstbestäuber, deshalb die Pflanzen während der Blüte öfters sanft schütteln.
- Mit der Spül-Trocknen-Methode sind die Samen 2-3 Jahre keimfähig
- Tomate halbieren und über einem Metallsieb ausdrücken, unter fließendem Wasser spülen, dabei mit dem Finger umrühren, bis der Tomatenschleim weg ist. Dann Sieb mit Samen auf ein Tuch stellen und alles zusammen einige in schattiger Wärme trocknen lassen, auseinander krümeln und in einem Papiersäckchen trocken und kühl aufbewahren.
- Mit der Vergär-Trocknen-Methode sind die Samen doppelt so lange keimfähig.
- Tomateninhalt ohne groben Fruchtfleisch in ein Glas geben, mit Wasser bedecken, einige Tage schattig-warm stehen lassen, bis sich Schimmel auf der Oberfläche zeigt. Dann in einem Sieb unter fließendem Wasser spülen, schattig-warm auf einem Teller trocknen lassen, in einem Papiersäckchen trocken und kühl aufbewahren.
Aussaat und Aufzucht
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- Innerhalb von 2 Wochen zeigen sich die beiden länglichen Keimblätter. Ihnen folgen die richtigen Tomatenblätter! Sobald sich 2 davon entfaltet haben, ist es an der Zeit, die Pflänzchen zu pikieren.
- Pikieren. Dazu setzt man Pflänzchen unter Zuhilfenahme eines Stäbchens einzeln vorsichtig im Abstand von 3 - 5cm in frische Erde (evt. in Torftöpfchen), gießt gut an (nicht über die Blätter) und hält sie noch für eine Woche im Zimmer.
- Dann mit der Abhärtung beginnen, denn Tomatenpflanzen müssen kräftig und gedrungen wachsen! Also, wenn es draußen warm genug ist, untertags raus auf ein trockenes Plätzchen in die sonnige, frische Luft und nicht verdursten und verhungern lassen ... abends kommen sie wieder rein ins Haus... u.s.w....u.s.f....bis sie ausgepflanzt werden dürfen. ;-)
DIE TOMATE IN DER MISCHKULTUR
- Gute Nachbarn
- wehren Pilzkrankheiten ab: Knoblauch, Schnittlauch, Porree, Basilikum ( + Aroma verbessernd), Borretsch, Kohl, Karfiol, Kohlrabi, Petersilie,
- Halten Nematoden fern: Ringelblumen, Tagetes, Zinnien,
- Halten Blattläuse fern, steigern Aroma und Ertrag: Dill, Sellerie, Majoran, Kerbel
- Gut als lebende Mulchecke, die beerntet werden kann: Kapuzinerkresse, Neuseeländer Spinat
- Gut als "abgemähte" Mulchdecke: Gartenkresse, Gelbsenf
- Die Stars der Mischkultur mit Tomate sind Sellerie und Blumenkohl! (Hätten Sie das gewusst? Tomaten können aus ausgegeizten Trieben vermehrt werden. In feuchte Erde stecken und feucht halten. Setzt man diese Triebe zwischen Kohlpflanzen, dann kann man damit den Kohlweißling vertreiben. Der Fruchtbildung wird allerdings die herbstliche Kälte ein zu frühes Ende setzen - bis jetzt ;-)
- Schlechte Nachbarn:
- Die machen der Tomate das Leben schwer: Gurken, Kartoffeln, Fenchel, Rohnen, Sonnenblumen, Zuckermais
Kultur
Auspflanzen
- Die ab März/April unter Glas vorgezogenen und immer wieder mit Frischluft abgehärteten Pflanzen werden ab Mitte Mai, also nach den Eisheiligen, ausgepflanzt. Dazu vor dem Pflanzen das unterste Blattpaar entfernen und tiefer als vorher und mit schrägem Wurzelballen im Abstand von 50 - 60cm in ein 25cm tiefes Pflanzloch setzen. Die Pflanzerde mit reifen Kompost, Knochen- und Hornmehl oder Guano vermischen. Um Krankeheiten der Tomatenpflanzen zu vermeiden auch später immer darauf achten, dass keine Blätter den Erdboden berühren! Die meisten Tomatensorten brauchen eine Stützvorrichtung, an der sie hochgeleitet werden. Für die Topfkultur Kübel mit mindestens 5 Liter Volumen und entsprechende Sorten nehmen, wie Matina und die angegebenen Buschtomaten!
Wasser
- Zieht man die Tomaten im Freiland, dann ist ein Regenschutz sehr empfehlenswert, um der Braunfäule und anderen Krankheiten vorzubeugen. - Siehe Foto oder an geschützter, sonnigen Hauswand! Der Boden zwischen den Tomatenpflanzen sollte immer gemulcht werden, denn Tomaten brauchen tiefgründigen, nährstoffreichen Humus und viel Bodenfeuchtigkeit. Als Mulchschicht eignen sich: Brennessel- und Beinwellkraut, reifer Kompost, Bokashi, Stroh in dicken Lagen, ausgegeizte, gesunde Tomatentriebe (Kranke Pflanzenteile gehören in den Hausmüll oder verbrannt!). Die Pflanzen im Wurzelbereich gießen, ohne die Blätter zu benetzen! Und zwar nach dem Auspflanzen nur mäßig, um die Wurzelbildung anzuregen. Ab der Fruchtbildung häufiger, aber nicht ertränken, denn dadurch werden die Früchte aromatischer. Das Wasser sollte Umgebungstemperatur haben! Bewährt hat es sich, wenn man einen Erdwall um die Tomaten formt oder Blumentöpfe zum Gießen ins Erdreich eingräbt und da hineingießt.
Ausgeizen:
- Hochwachsenden Sorten sollte man nur 1 - 2 Haupttriebe lassen. Damit die Wuchskraft in diesen bleibt, muss man die Seitentriebe ausgeizen: Die aus den Blattachseln herauswachsenden Triebe werden mit der Hand herausgebrochen (Siehe "Mulchschicht" oder gesundes Pflanzenmaterial als Dünger verjauchen oder zur Vertreibung von Schadinsekten verwenden!). Pro Pflanze sind 5 bis 6 Fruchtstände ausreichend, danach sollten man den Gipfeltrieb zwei Blätter oberhalb des höchsten Fruchtstandes abschneiden (="kappen"), damit sich keine neuen Früchte mehr heranbilden und die bestehenden Früchte im warmem Schatten der Blätter ausreifen können.
- Buschtomaten werden nicht angebunden und man lässt die Haupt- und Seitentriebe ungehindert wachsen. Man sollte aber auf alle Fälle eine dicke Srohschicht oder eine Plastikfolie auf den Boden um die Pflanzen legen, damit die untersten Triebe nicht mit der Erde in Berührung kommen und damit die Feuchtigkeit im Wurzelbereich erhalten bleibt.
Die Jemen-Methode:
Wer an Lehm, reifen Mist und Kompost herankommt, sollte es einmal damit versuchen!
- Dazu werden im Abstand von 60 cm zwei 40 cm hohe Hügel aus Pferdemist, Rinderdung und Kompost angelegt. Die Mulde dazwischen wird mit einer 2 cm dicker Lehmschicht ausgekleidet, ihr Anfang und Ende jeweils mit einem Lehmwall geschlossen. Die Tomatenpflanzen werden auf die Hügel gepflanzt und zum Gießen füllt man am Morgen den Zwischenraum mit Wasser. Ach, das wird ein Tomatenfest sein!
Düngen
Die Beete vor der Pflanzung mit Schachtelhalmbrühe giessen. Wenn genügend Kalk vorhanden ist, dann schmecken die Früchte besser. Tomaten sollten erst nach dem Fruchtansatz stärker gedüngt werden, da sich sonst Ihr gesamter Wachstumsprozess verzögern kann.
Guter Dünger für Tomaten:
Halbverrotteter Kompost Mistdünger, besonders Pferdemist Hornmehl und Knochenmehl Gesteinsmehl Holzasche Guano
Zusätzlich eignet sich Brennesseljauche mit Beinwelljauche gemischt (alle 2 Wochen) und Tomatenjauche aus ausgegeizten Trieben bis zwei Wochen vor der Ernte. Auch das Giessen mit Knoblauchbrühe (2 zerquetschte Zehen auf 10 l Wasser über Nacht ziehen lassen, alle 14 Tage) soll den Geschmack erheblich verbessern.
Schädlinge und Krankheiten
Weiße Fliege, Blattläuse, Kraut- und Braunfäule, Virus- und Pilzkrankheiten
Ernte
- Die Früchte sollten, solange wie es geht, reif geerntet werden.
- Bei Frostgefahr oder spätestens Ende September kann man die gesamte Pflanze mit den grünen Tomaten ausreissen, Wurzeln und Blätter entfernen und im Haus bei Dunkelheit, Wärme und hoher Luftfeuchtigkeit kopfüber aufgehängt nachreifen lassen. Grüne Tomaten enthalten giftige Inhaltsstoffe wie Solanin, Tomatin und Alkaloide. Erst durch die Nachreifung werden diese Substanzen abgebaut. Solanin wird nicht durch Kochen oder Braten zerstört, bei milchsaurer Konservierung wird es aber abgebaut.
- Tomaten sollten nicht im Kühlschrank aufbewahrt werden, da sie sonst sehr viel an Geschmack verlieren.
Heilwirkung
Innerlich:
- Diätpflanze bei Gicht, Rheuma, Herz- und Nierenerkrankungen
- bei Bluthochdruck
- steigert die Bauchspeicheldrüsensekretion
- stuhlgangfördernd
- krebshemmend;
äußerlich:
- frischer Saft bei eitrigen Wunden und Entzündungen
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Bei den Anwendungsvorschlägen dieser Seite handelt es sich um Erfahrungen aus der Volksmedizin! Anwendung in Eigenverantwortung! |
Pflanzenschutz aus der Pflanze gewonnen
Hilft gegen Schnecken, Kohlweißling, Blattwespenlarven, Läuse, Milben, Raupen
Anwendungsformen
- Tomatenauszug: 1 Handvoll des Krautes gut zerdrücken und mit 1:l Wasser ansetzen. 3 Stunden ziehen lassen. Unverdünnt auf Kohlpflanzen spritzen zur Ablenkung des Kohlweißlings. Täglich wiederholen
- Tomatensud: ca. 1kg frisches Kraut auf 1 l kochendes Wasser. Nach dem Abkühlen zusätzlich etwas Schmierseife dazugeben und auf die Pflanzen spritzen. Das hilft gegen Blattwespenlarven, Läuse, Milben und Raupen. Ohne Schmierseife, dafür aber leicht verdünnt um den Salat gegossen hilft dieser Sud gegen Schnecken.
- Tomatenjauche: 1kg Geiztriebe auf 10 Liter Wasser, 2 Wochen lang verjauchen.
- In der Verdünnung 1:20 wöchentlich als Dünger zur Wachstumsförderung bei Tomaten, Bohnen, Gurken, Kohl, Petersilie, Porree, Sellerie und Zwiebeln.
- In der Verdünnung 1 : 5 gegen den Kohlweißling spritzen.
- Die Brühe 1 : 1 mit Wasser verdünnt und um die Salatpflanzen gegossen, vertreibt sie die Schnecken.

