Vinschgerlen

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Gudruns heißgeliebte "Vinschgerlen":
Vinschger Paarlen
Vinschger Laibchen

Vinschger Laibchen
Vinschger Laibchen
Vinschger Laibchen im Brothängla
Vinschger Laibchen im Brothängla
Paarlen
Paarlen

Zutaten

  • 300 g Roggensauerteig, wird so gemacht
  • 300 g Weizenmehl-Vorteig bzw. "Biga" (aus 150 ml Wasser, 6 g Germ / Hefe, 150 g Weizenmehl, 1 Teelöffel Zucker), wird so gemacht
  • 300 g Roggenmehl
  • 100ml lauwarmes Wasser bzw. Bier
  • 2 Teelöffel Salz
  • je 1 TL Südtiroler Brotklee, Fenchelsamen, Kümmel, Koriander, Anis (etwas weniger)

Dieses Rezept funktioniert natürlich auch mit gekauftem Sauerteig :) Möchtest du mit getrocknetem Sauerteig („Sauerteigpulver“) backen wollen, teile die im Rezept angegebene Sauerteigmenge auf: eine Gewichtshälfte kommt als Roggenmehl zum Mehl, die zweite zur Flüssigkeit, in die 3 gestrichene Esslöffel Sauerteig-Pulver eingerührt werden.


Zubereitung für Vinschger Laibchen und Vinschger Paarlen

Am Vortag:

  1. Roggen-Sauerteig auf 300g vermehren
  2. In einem zweiten Gefäß den 300g Vorteig ansetzen.

Am Backtag:

  • Sauerteig, Vorteig, 100g lauwarmes Bier oder Wasser, 300g Weizenmehl und die angegebenen Gewürze in eine ausreichend große Schüssel geben, gründlich verrühren und verkneten (Klebrig !), zu einer Kugel formen und bei 30° zugedeckt gehen lassen, bis sich das Teigvolumen in etwa verdoppelt hat.
  • Den Teig auf eine bemehlte Arbeitsfläche geben, mit bemehlten Händen flach drücken, bemehlen, für "Paarlen" in 50 g-Stücke, für "Vinschger Laibchen" in 100 g-Stücke schneiden, zu Kugeln formen, mit genügend Abstand auf ein mit Backtrennpapier ausgelegtes Backblech legen. Für die Paarlen jeweils zwei Kugeln anstoßen lassen!
  • Bei 30° gehen lassen, bis sich ihr Volumen vergrößert hat.
  • Vor dem Backstart: Auf den Boden des Backrohrs ein hitzebeständiges Gefäß mit heißem Wasser geben, auf 200° vorheizen.
  • Sobald die Vinschgerlen im Ofen sind, die Tempeatur auf 180° verringern und in ca. 35 Minuten hellbraun backen.
  • Wenn die Brote aus dem Backrohr sind, sofort mit kaltem Wasser besprühen und auf einem Gitterrost gut auskühlen lassen. In den Brotkasten (oder in das "Brothängla") geben und erst am nächsten Tag verkosten. Bis dorthin hat sich das Aroma voll entwickelt !
Und dann schmeckt Hungrigen vielleicht eine Südtiroler Bauernjause: Dazu werden gebraucht: 4 Vinschger Laibchen, Butter, 4 Scheiben Bergkäse, 200 g mageren Speck, 2 hartgekochte Eier und Rucola (die unterstützt die Fettverdauung!) - Die Vinschgerlen ausnahmsweise quer aufschneiden und alle Hälften mit Butter bestreichen. Die untere Hälfte jeweils mit einer Scheibe Bergkäse und 50g Speck belegen. Die Eier schälen, in Scheiben schneiden, auf dem Speck verteilen, mit Rucola und mit der oberen Brothälfte bedecken. An Guat'n!- Aba an Durscht weadets kriagn ;)


Wissenswertes:

"Brothängla"
"Brothängla"

Die durch den "Südtiroler Brotklee" typisch duftenden und schmeckenden Vinschgauer Fladenbrote stammen aus Südtirol. (Bei Interesse: http://de.wikipedia.org/wiki/Vinschgau ) Von hier aus fanden sie auf der ganzen Welt LiebhaberInnen ! Zum Essen werden sie längs aufgeschnitten. In Südtirol hat man dafür eigene Brotschneidevorrichtungen! Besonders gut schmecken sie zu Salat, Speck, Käse und zum "Rötel", dem Südtiroler Rotwein! Vinschger Paarlen, Vinschger Laibchen und das Südtiroler Schüttelbrot bestehen aus dem gleichen Teig, sie unterscheiden sich nur in der Form und - das Schüttelbrot - betreffend: in der Wassermenge.

Anklicken, um die Erklärung lesen zu können!
Anklicken, um die Erklärung lesen zu können!

Durch den Sauerteig sind sie gut verdaulich und bleiben lange frisch. Er bildet mit den vorgegebenen Gewürzen – vor allem mit dem "Südtiroler Brotklee" (Ein Muss!) den typischen Geschmack. - Zu Zeit, als noch ohne Strom gebacken wurde, buken die Südtiroler Bäuerinnen nur ein paar Mal im Jahr und bewahrten die Vinschgerlen luftig und kühl in frei hängenden Stellagen, den "Brothängala", auf. Obwohl sie Dank Sauerteig lange frisch blieben, kam doch die Zeit, in der sie knochentrocken, aber immer noch aromatisch waren.

"Brotbrech" für Vinschgerle und Schüttelbrot
"Brotbrech" für Vinschgerle und Schüttelbrot

Oft konnten sie nur mehr mit der "Brotbrech", einem Brechmesser, zerkleinert werden und verlangten viel Kauarbeit, was den hungrigen Kindern eine Genugtuung war, die Alten aber zum Einweichen, Eintunken des Brotes in Milch, Wein, Wasser oder Malzkaffee veranlasste. - So verfuhren übrigens auch hoch im Norden Europas die Finnen mit ihrem "Lochbrot" !

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