Wildkräutersuppe
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Welch ein Genuss: schmackhaft, gesund (entschlackend, leicht entwässernd, reich an Vitaminen, Mineralstoffen), eine richtige Energie-Suppe!! … Nebenbei eröffnen sich für WanderInnen, Garten- oder BalkonbesitzerInnen ganz neue (bzw. uralte) Perspektiven, nämlich „Unkraut“ ernten statt vernichten !!! |
Um in den Genuss einer Unkraut-Suppe zu kommen, gibt es zu beachten:
- Essbare Wildkräuter und ihre giftigen Verwechslungsmöglichkeiten sicher kennen !
- Nur auf unbelasteten Stellen sammeln !! Am liebsten hole ich mir die Pflanzen nach einem Regenguss aus der Brennnesselecke oder Wiesenecke meines Gartens.
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Interessant für Leute, die „nur“ einen Balkon besitzen: Meine Freundin Xiu in Wien hat ausprobiert, Wildpflanzen in Töpfen auf dem Balkon wachsen zu lassen: Brennnessel, Löwenzahn, Malve, Gänsefuß, Guter Heinrich, Wegerich, Knoblauchrauke, Vogelmiere, Braunelle, Weidenröschen, Gänsedistel … wachsen problemlos und können mehrmals beerntet werden, bleiben im Winter auf dem Balkon! |
Beim Wandern oder Spazierengehen wird gesammelt, aber nicht von gejauchten Feldern, nicht von Straßenrändern oder Orten, die durch Chemie oder Kot (Vögel, Hunde, Katzen, Füchse, Kühe, Pferde …) verunreinigt sein könnten.
- Der Gedanke an den „Fuchsbandwurm“ ging auch mir durch den Kopf und ich wurde durch Tierarzt und Lektüre dahingehend informiert:
- Er ist sehr, sehr selten. (Bei Interesse http://www.forstfrauen.de/Fuchsbandwurm.pdf )
- Für alle Fälle:
- Die gesammelten Kräuter unzerkleinert für ein paar Minuten ins kalte Wasser legen. Dadurch löst sich der Kleber, durch den eventuell vorhandene mikroskopisch kleine Eier an den Pflanzen haften.
- Anschließend unter fließendem Wasser abwaschen.
- Durch mehr-minütiges Erhitzen der Kräuter über 60° werden eventuell noch vorhandene Eier abgetötet!
- Sehr wichtig: Überlegen Sie, ob Sie auf bestimmte Kräuter allergisch reagieren und meiden Sie diese gründlich!
Ist alles o.k., stehen jahreszeitlich für eine bioaktive Suppe folgende Kräuter zur Auswahl:
FRÜHLING UND SOMMER:
- Junge Blätter, Knospen, Blüten bzw. Blütenblätter
- relativ geschmacksneutral von: Malven (Alle Sorten: Mmh! Bei der wunderbaren Malva sylvestris einzig die reißfesten, feinen Blütenstängelchen nicht nehmen), Rotklee, Weißklee, Feldklee, Lungenkraut, Linde, Birke, Bärlauch, Seegras, Wegerich, Wiesen-Bärenklau, Wiesenkerbel, Weißer Gänsefuß, Melde, Vogelmiere, Giersch, Gänseblümchen, Veilchen, Rose, Speise-Chrysantheme, alle mitteleuropäischen Glockenblumen und Taubnesseln, Klatschmohn, Wiesen-Margerite, Königskerze, Gelbfelberich, Kornblume, Ringelblume, Stiefmütterchen, Nachtkerze, Leimkraut …
- kressig / sauer / würzig schmecken: Scharbockskraut (nur bis zum Knospenalter ernten), Brunnenkresse, Wiesenschaumkraut, Sauerklee, Sauerampfer, Kapuzinerkresse, Ackersenf, Barbarakraut, Buche, Bachbunge, Gundelrebe, Bärlauch, Knoblauchrauke
- leicht bis intensiv bitter: Löwenzahn, Schafgarbe, Günsel, Kleine Braunelle, Wegwarte, Rainkohl, Mauerlattich, Esche, Beifuß (Bittergewürz!) …
- Jungtriebe, Spitzentriebe, Seitentriebe samt Blätter, Knospen von folgenden, im gekochten Zustand relativ mild schmeckenden Wildpflanzen:
- Brennnessel, Ackerfuchsschwanz, Franzosenkraut, Wiesen-Bocksbart, Disteln, Guter Heinrich, Weidenröschen, Gänsedistel, Blut-Weiderich, Wiesenknopf, …
HERBST UND WINTER:
- Knospen, Blüten, Blätter von Ackerfuchsschwanz, Gänseblümchen, Barbarakraut, Rucola, Braunelle, Ackersenf, Blut-Weiderrich, Winter-Portulak, Neuaustriebe von Wegerich, Wiesen-Bärenklau, Bibernelle, Wiesenknopf, Brennnessel, Labkraut …
- Wurzeln von Pastinake, Guter Heinrich, Knollenziest, Wiesen-Bocksbart,Klette, Nachtkerze, Calmus, Eibisch, Alant, Topinambur, Tulpen (nur gekocht, sonst giftig!), Schlangen-Knöterich, Rohrkolben (gebietsweise geschützt), Löwenzahn (bitter), Kleine Bibernelle (Riecht nach Bock!), Wilde Möhre, Kriech-Quecke …
- Samen von Weißer Gänsefuß, Nachtkerze, Mohn, Rose, Lein, Malve, Haselnuss, Buche, Walnuss, Mehlbeere, Sanddorn, Elsbeere, Mispel, Kornelkirsche, Schlehe, Vogel-Knöterich, Ackerfuchsschwanz, Hohlzahn, Andorn ...
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Damit aus den gesammelten Unkräutern ein zeitgemäßes, rundes Süppchen wird, nehmen wir noch folgende Zutaten dazu: Butter, Zwiebel, Knoblauch, Kartoffel oder Karotte, Pastinake, Petersilienwurzel, Topinamburknolle und Wasser oder Gemüsebrühe! |
Beispiel einer sommerlichen Unkrautsuppe:
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Zutaten für 4 P.
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Zubereitung:
- Butter in einen Suppentopf geben, erhitzen, fein geschnittene Zwiebel und Knoblauch darin dünsten.
- Die geschälte Kartoffel klein schneiden, dazu geben, ein wenig schmoren lassen, dreimal langsam umrühren, das Wasser oder die Gemüsebrühe dazuschütten. 5 Minuten lang sanft köcheln lassen.
- Inzwischen die Kräuter reinigen (Brennnesseln mit zwei Gabeln anfassen), klein schneiden und mit den Liebstöckelblättern zu den Kartoffeln geben.
- Weitere 5 Minuten köcheln lassen. Liebstöckelblätter aus der Suppe entfernen.
- Nachwürzen mit Salz und Pfeffer, frisch geriebener Muskatnuss.
TIPPS:
- Dazu passt Brot wie "Frühlingsbrot" oder "Kartoffelpuffer-Waffeln", "Spinatpflanzl", Knoblauch-Croutons (=Weißbrot-Wüfelchen mit Knoblauchscheiben in Butter gebraten).
- Einen Teil der Brühe durch Weißwein ersetzen.
- Suppe mit 2 Esslöffel Creme Fraiche mixen.
- Schnell, kalorienleicht und schmackhaft: Alle Zutaten bis auf Butter und Creme Fraiche unzerkleinert in Gemüsebrühe kochen (Dampfdruck-Kochtopf nehmen!?),Creme Fraiche zugeben, mixen, nachwürzen, genießen.
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