Wildpflanzen-Salat, Herbst

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Herbst: Zeit der Reife, alles konzentriert sich auf Vorarbeiten für die Zeit des Winters: sei es, dass die Kraft in die Wurzeln abgeleitet wird, sei es, dass in Form von (schmackhaften) Samen für Nachkommenschaft gesorgt wird oder dass zarte Jungpflanzen vor der Kälte sich noch gut einwurzeln. Manche der Wildpflanzen sind ausgerüstet, der Kälte grün bleibend zu trotzen, wie das Gänseblümchen, das mit seinen Kinderaugen verkündet: Ich halte durch. Es wird ein neuer Frühling kommen! Auch für uns ist der Herbst eine gute Zeit, sich ein Beispiel an den Pflanzen zu nehmen. Fülle und Farben genießen, die Kraft speichern, Unwichtiges ablegen und wissen, was die Haselnuss, die Weise, uns zeigt: Es wird wieder einen Frühling geben, einen Frühling mit Herz!

Herbstsalat
Herbstsalat

HERBSTLICHER WILDPFLANZEN-SALAT für 4 Personen:
Salatbett: 50 g grüne Pflanzen (Wilde Rucola…Siehe Pflanzenauswahl!), 150 g Brombeeren evtl. gemischt mit wilden, violetten Feigen)
Marinade: 1 Esslöffel Zitronensaft, 1 EL Apfelsaft, 1 Teelöffel Honig, Salz, 8 zerdrückte Wacholderbeeren, ½ Teelöffel ganze Körner Blütenpfeffer,
Salat: 300 g Wurzelmischung: Nachtkerze, Klette, Pastinake, Guter Heinrich, Wiesen-Bärenklau, Wilde Möhre, ...
Dressing: 100g Natur-Joghurt, 30g Mayonnaise, 1 Teelöffel Zitronensaft, 1 Apfel, 50g Kren oder 1 EL Kren aus dem Glas, Salz
Garnitur: 2 EL Haselnüsse, 4 EL Jungtriebe des Wiesen-Bärenklaus oder Malvenblätter, einige Brombeeren, ½ Teelöffel Brennnessel-Samen oder Winterknospen (Siehe Pflanzenauswahl!)

Zubereitung:

  • Rucola etwas zerschneiden und damit ein Bett auf einer Platte formen.
  • Für die Marinade die angegebenen Zutaten verrühren.
  • Wurzeln bissfest dünsten, in 3mm dicke Scheiben schneiden und sofort unter die Marinade mengen – frische Pastinaken roh in feine Scheiben hobeln.
  • Für das Dressing Joghurt mit Zitronensaft und Mayonnaise verrühren, Apfel und Kren reiben, unterrühren, mit Salz nachwürzen.
  • Garnitur: Haselnüsse ohne Fett duftend rösten, die klein geschnittenen Triebe und Blätter kurz mitrösten, abkühlen
  • Endspurt: Die marinierten Pastinaken durchrühren, auf das Rucola-Bett legen, die Joghurt-Soße darüber geben, mit Haselnüssen, Blättern, Brombeeren und Samen bestreuen.
  • Dazu passt: Gorgonzola, Rotwein

Hier eine Auswahl an essbaren WILDPFLANZEN für den HERBST-SALAT:

Stärkehaltige Wurzeln folgender Pflanzen, die im Jahr der Ernte noch keinen Blütenstängel entwickelt haben dürfen,, damit sie nicht verholzt sind: Pastinake, Nachtkerze, Klette, Guter Heinrich, Wiesen-Bärenklau, Wiesen-Bocksbart, Eibisch, Wilde Möhre, Tulpe (Nur gekocht, denn roh ist die Tulpenzwiebel giftig.), Schlangen-Knöterich, Breitblättriger Rohrkolben, Kriech-Quecke; Wurzeln, die wegen ihrer Geschmacksintensität als (heilende) Würze verwendet werden: Engelwurz, Alant, Calmus, Bibernelle, Löwenzahn, Kren
Frische Samen bzw. Früchte von großen und kleinen Pflanzen wie Haselnuss, Walnuss, Buche, Mehlbeere, Sanddorn, Elsbeere, Kornelkirsche, Apfel, Traubenkirsche, Mispel, Feige, Brom-, Kratz-, Stein- und Preiselbeere, Rose (Hagebutten), Samen von Lein, Brennnessel, Weißem Gänsefuß, Nachtkerze, Malve, Klatschmohn (Papaver rhoeas), Vogel-Knöterich, Ackerfuchsschwanz, Wegerich.
Grüne Neuaustriebe von Wiesen-Bärenklau, Wegerich, Wiesenkopf, Weidenröschen, Bibernelle, Herbst-Löwenzahn, Rose, Malve, Gänseblümchen, Feldsalat, Barbarakraut, Rucola, Braunelle, Winter-Portulak, Brennnessel (blanchieren), Labkraut, Gundelrebe, Günsel, Giersch.
Winterknospen , die kleinen, geballten Energiestuben, in denen das Frühlingsleben schläft, finden sich bereits ab Herbst an den Zweigen von Haselnuss, Kornelkirsche, Vogelkirsche, Wildapfel, Holzbirne, Linde, Wein, Pappel, Buche, Weide, Erle, Birke, Eiche und Esche.

Beim Sammeln und Verzehren von Wildpflanzen gibt es zu beachten:

  • Essbare Wildkräuter und ihre giftigen Verwechslungsmöglichkeiten sicher kennen !!
  • Nur auf unbelasteten Stellen sammeln !! Am liebsten hole ich mir die Pflanzen nach einem Regenguss aus der Brennnesselecke oder Wiesenecke meines Gartens. Beim Wandern oder Spazierengehen wird gesammelt, aber nicht von gejauchten Feldern, nicht von Straßenrändern oder Orten, die durch Chemie oder Kot (Vögel, Hunde, Katzen, Füchse, Kühe, Pferde …) verunreinigt sein könnten.
  • Thema„Fuchsbandwurm“: Ich wurde durch Tierarzt und Lektüre dahingehend informiert: Er ist sehr, sehr selten. (Bei Interesse http://www.forstfrauen.de/Fuchsbandwurm.pdf ) und wer die letzten schwelenden Befürchtungen beseitigen möchte, lege die gesammelten Kräuter unzerkleinert für ein paar Minuten ins kalte Wasser legen. Dadurch löst sich der Kleber, durch den eventuell vorhandene mikroskopisch kleine Eier an den Pflanzen haften. Anschließend unter fließendem Wasser abwaschen. Durch mehr-minütiges Erhitzen der Kräuter über 60° werden eventuell noch vorhandene Eier abgetötet!
  • Sehr wichtig: Überlegen Sie, ob Sie auf bestimmte Pflanzen allergisch reagieren und meiden Sie diese gründlich!
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