Wildpflanzen-Salat, Sommer

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Die Pflanzen des Sommers haben an Geschmacksintensität und Festigkeit zugenommen. Darum wird nicht mehr die ganze Pflanze geerntet, sondern ihre Triebspitzen mit Blättern, Knospen, Blüten bzw. Blütenblättern und der Jungzuwachs. Sollte die Pflanze für Ihren Geschmack zu bitter sein oder die Angst vor dem Fuchsbandwurm zu groß: säubern wie unten beschrieben und zusätzlich blanchieren, das heißt, die Pflanzen kommen für 1 Minute in leicht kochendes Salzwasser, werden dann über der Spüle in ein Sieb geschüttet und mit eiskaltem Wasser abgeschreckt.

SO GELINGT IHR SOMMER-WILDPFLANZENSALAT :)

  • Als Salatgrundlage eignen sich Pflanzen, die bei „Relativ mild im Geschmack“ angeführt sind.
  • Zum Würzen Ihres Salates nehmen Sie Pflanzen, die unter „Kressig / sauer / würzig“ und „Leicht bis intensiv bitter“ aufgezählt sind.
  • Als leichtes Dressing, das den wilden Charakter unterstreicht, verrühren Sie Zitronensaft (sollte immer dabei sein, denn er neutralisiert evt. vorhandene Oxalsäure), Essig, Apfelsaft, ein wenig groben Senf, Salz, wenig Sonnenblumen- oder Olivenöl.
  • Einige ungewürzte Blüten oder Blütenblätter als appetitliche Garnitur verwenden!


ZUTATENAUSWAHL:

Sanfte Mischung: Malven, Löwenzahn, Wegerich, wilde Ringelblumen, Lauchblüten
Sanfte Mischung: Malven, Löwenzahn, Wegerich, wilde Ringelblumen, Lauchblüten
Relativ mild im Geschmack: Birke, Feldklee, Franzosenkraut, Gänseblümchen, Gelbfelberich (Blüten), Giersch, Glockenblumen (mitteleuropäische), Klatschmohn (vor der Blüte), Königskerze, Leimkraut, Linde, Lungenkraut, Malve, Nachtkerze, Rosen, Rotklee, Speise-Chrysantheme, Stiefmütterchen, Taubnesseln, Vogelmiere, Wegerich, Weißklee, Wiesen-Bocksbart …
Kressig / sauer / würzig: Ackersenf, Bachbunge, Barbarakraut, Bärlauch, Blut-Weiderich, Brunnenkresse, Buche, Gundelrebe, Kapuzinerkresse, Knoblauchrauke, Kohldistel, Sauerampfer, Sauerklee, Skabiose, Sommer-Portulak, Wald-Erdbeeren, Weidenröschen, Wiesen-Bärenklau, Wiesenkerbel, Wiesenschaumkraut, Wilde Möhre, ...
Leicht bis intensiv bitter: Beifuß (Bittergewürz!), Bibernelle, Esche, Günsel, Kleine Braunelle, Löwenzahn, Mauerlattich, Rainkohl, Schafgarbe, Wegwarte, . . .

TIPPS:

  • Zum Angewöhnen die Wildpflanzen mit grünem Salat oder / und Tomaten, Gurken, Kartoffeln mischen, z.B. leckerer Kartoffel-Gurken-Wiesen-Bärenklau-Salat
  • Malvenblätter sind seine Wohltat für Gaumen und Magen! :)
  • Mit Knoblauch-Croutons (=Weißbrot-Wüfelchen mit Knoblauchscheiben in Butter gebraten) und gehacktem, hart gekochtem Ei oder Schafskäse bestreut und serviert mit "Kartoffelpuffer-Waffeln" oder Holunderblüten-Brot wird aus Ihrem Wildpflanzen-Salat ein kleines Festessen !
  • Interessant für Leute, die „nur“ einen Balkon besitzen: Meine Freundin Xiu in Wien hat ausprobiert, Wildpflanzen in Töpfen auf dem Balkon wachsen zu lassen: Brennnessel, Löwenzahn, Malve, Gänsefuß, Guter Heinrich, Wegerich, Knoblauchrauke, Vogelmiere, Braunelle, Weidenröschen, Gänsedistel, Ackerfuchsschwanz, Wilde Rucola, Wegerich … wachsen problemlos und können mehrmals beerntet werden! Und im Winter bleiben sie auf dem Balkon.


Beim Sammeln und Verzehren von Wildpflanzen gibt es zu beachten:

  • Essbare Wildkräuter und ihre giftigen Verwechslungsmöglichkeiten sicher kennen !!
  • Nur auf unbelasteten Stellen sammeln !! Am liebsten hole ich mir die Pflanzen nach einem Regenguss aus der Brennnesselecke oder Wiesenecke meines Gartens. Beim Wandern oder Spazierengehen wird gesammelt, aber nicht von gejauchten Feldern, nicht von Straßenrändern oder Orten, die durch Chemie oder Kot (Vögel, Hunde, Katzen, Füchse, Kühe, Pferde …) verunreinigt sein könnten.
  • Thema„Fuchsbandwurm“: Ich wurde durch Tierarzt und Lektüre dahingehend informiert: Er ist sehr, sehr selten. (Bei Interesse http://www.forstfrauen.de/Fuchsbandwurm.pdf ) und wer die letzten schwelenden Befürchtungen beseitigen möchte, lege die gesammelten Kräuter unzerkleinert für ein paar Minuten ins kalte Wasser legen. Dadurch löst sich der Kleber, durch den eventuell vorhandene mikroskopisch kleine Eier an den Pflanzen haften. Anschließend unter fließendem Wasser abwaschen. Durch mehr-minütiges Erhitzen der Kräuter über 60° werden eventuell noch vorhandene Eier abgetötet!
  • Sehr wichtig: Überlegen Sie, ob Sie auf bestimmte Pflanzen allergisch reagieren und meiden Sie diese gründlich!
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