Zelten

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Die angegebenen Mengen ergeben 2 kg Zelten. Dieses österreichische Rezept funktioniert auch, wenn man alle Zutaten gleichmäßig teilt oder vervielfältigt.

Zutaten für den Brotteig

100 ml Wasser (Kochwasser der Früchte), lauwarm
1 Würfel (42g) Germ
2 Esslöffel Zucker
500 g milder, selbst angesetzter Roggensauerteig oder 2 Esslöffel Trockensauerteig mit 250 g Roggenmehl und 250 ml handwarmem Wasser verrühren
500 g Dinkel- oder Weizenmehl
2 Esslöffel Sonnenblumenöl
1 gestrichener Teelöffel Salz
Weihnachtlicher Zelten
Weihnachtlicher Zelten

Für die Fruchtmasse

Je 250 g Dörrbirnen (selbst getrocknet oder aus dem Bio-Laden), getrocknete Apfelspalten, entsteinte Trockenpflaumen, Feigen
200 g Nüsse ohne Schalensplitter (Mischung aus halbierten Walnüssen, Haselnüssen, Pignoli)
100 g kernlose Rosinen
Je 2 Teelöffel Zimt, Anis, Fenchelsamen, Zitronenschale
Je 1 Teelöffel Nelkenpulver, frisch gemörserter Kardamon, Pfeffer, Muskatnuss
50 ml Rum

Zum Bestreichen (Besprühen): 100 ml schwarzer Kaffee


Zubereitung

  • Fruchtmasse:
Dörrbirnen, Apfelspalten, Trockenpflaumen und Feigen (im Kelomat) in wenig Wasser langsam halbweich dünsten, abseihen, Flüssigkeit für den Teig mitverwenden. Das Obst klein schneiden und die kleinen Stielansätze unbedingt entfernen. Man könnte sich einen Zahn daran ausbeißen !
Das klein geschnittene Trockenobst mit den übrigen Zutaten gut vermengen.
  • Brotteig:Alle Zutaten für den Brotteig müssen gut zimmerwarm sein !
In einer angewärmten Teigschüssel die ersten vier Brot-Zutaten gut verrühren und mit den nächsten vieren mit eingeölten Händen zu einer elastischen Teigkugel verkneten. Zugedeckt bei 30° 30 Minuten gehen lassen.
  • Zelten:
Grundsätzlich ist zu sagen: Die Zutaten der Fruchtmasse sind kein ehernes Gesetz! Man/Frau darf abwandeln: Was in diesem Jahr besonders aromatisch gewachsen ist und was einem und den Beschenkten (voraussichtlich) schmeckt, wird bevorzugt ! - Der „Zelten“ wird auf 2 Arten zubereitet: Einfache Art: Die vorbereitete Fruchtmasse wird mit dem Brotteig verknetet, daraus werden die Wecken geformt, mit Kaffee bestrichen, mit Strickknadelstichen (=Luftlöcher!) verziert ... Oder Eingewickelter Zelten: Nur ¾ des Brotteiges wird mit der Fruchtmasse verknetet, daraus werden Wecken geformt, die mit dem restlichen, dünn ausgewalkten Brotteig säuberlich eingehüllt, mit dem Schluss nach unten auf das Backblech gesetzt, mit Kaffee bestrichen, mit Strickknadelstichen oder Model (Stern, Sonnenrad) verziert werden, ... . - Schmackhaft saftig wird der Zelten auf beide Arten !
Arbeitsvorgang für DEN EINFACHEN ZELTEN, das urspüngliche Weihnachtsbrot der Alpenregion:
  1. Fruchtmasse mit nassen Händen unter den Brotteig kneten. 2 Stunden gehen lassen.
  2. 4 längliche Wecken (17 x 14 x 4 cm) daraus formen, glattstreichen, mit warmem Kaffee bestreichen, mit einer Stricknadel Luftlöcher (Muster !) einstechen, auf dem mit Backpapier ausgelegten Backblech zugedeckt bei 30° 30 Minuten gehen lassen.
  3. Das Heißluftbackrohr, auf dessen Boden ein ofenfestes Gefäß mit heißem Wasser steht, auf 180° vorheizen. Zelten in den Ofen schieben, die Temperatur auf 160° absenken und in ca. 50 Minuten fertig backen.
  4. Aus dem Ofen genommen sofort mit kaltem Wasser besprühen, denn das gibt Glanz. Auf einem Gitterrost 5 Stunden ausdampfen lassen, luftdicht verpacken. Kühl gelagert hält sich der Zelten durch den Sauerteigzusatz 3 Wochen frisch. Wegen der Aromaentwicklung frühestens nach zwei Tagen (nach altem Brauch am Hl. Abend) anschneiden, dabei wird vor dem Anschnitt mit der Messerspitze in der Luft ein Kreuz über dem Wecken gezeichnet.
  • Tipp: Traditionsgemäß wird der Zelten in Scheiben geschnitten und mit Butter bestrichen zu Kaffee gegessen, ohne Butter - zum Stefanischnapserl !
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